Sonntag, 28. November 2010

Abschlussbericht fürs DRK und BMZ

Das Ende...(vorerst)

Es gab Zeiten, da habe ich gedacht, dass dieses Jahr nie zu Ende geht. Ich wollte nur noch nach Hause und habe mich gefragt, wie ich die noch verbleibende Zeit überstehen sollte.

Das Blatt hat sich ab März komplett gewendet. Ich fing an mich zu fragen, warum ich zurück wollte und mir graute es mit jedem Tag mehr vor der Rückreise!

Nun bin ich schon einige Wochen wieder hier und resümiere das erste mal schriftlich die letzten Monate in Argentinien und die erste Zeit zurück in Berlin.

Meine letzte 2 Monate in Argentinien waren unglaublich, ich habe noch so viel erlebt...

Ich habe sehr viel Zeit im Behindertenheim verbracht und dort eine Menge Erfahrungen gemacht. So hatten die Chicos beispielsweise einen Theaterauftritt, der zwar sehr anstrengend aber total toll war. Wir haben das Casa verschönert und hatten eine wundervolle Abschieds- Geburtstagsparty.

Am 8.August war in Argentinien Kindertag, den wir zusammen mit den Bewohnern der Kinderheime und eines anderen Behindertenheims feierten. Es war bunt, laut und allen hatten sehr viel Spaß!

Auch bei und mit den Senioren waren die letzten Wochen schön. Da ich mich auch privat sehr gut mit meiner Arbeitskollegin und ihrer Familie verstand, hat die Arbeit mehr Spaß als vorher gemacht und die täglichen Aufgaben waren schneller erledigt, da wir mittlerweile ein eingespieltes Team waren. Meinen Chef habe ich selten gesehen, da er sehr viel Zeit mit seiner Seniorengruppe in der Stadt und in seiner andern Senioreneinrichtung in Villa de Soto verbracht hat.

Der Abschied in beiden Einrichtungen war schwer und tränenreich, in der Behinderteneinrichtung, weil einige nicht verstanden, dass ich eine sehr lange Zeit erst einmal nicht mehr kommen würde und in der Senioreneinrichtung, weil ich nicht weiß, wen ich im nächsten Sommer dort noch wiedersehen werde.

Wiederkommen werde ich auf jeden Fall! Der Abschied von Freunden, meinem Freund und seiner Familie viel mir so schwer, dass ich versucht war dort zu bleiben. Als ich in Berlin ankam und meine Familie und Freunde auf dem Flughafen sah, fing ich (wieder) an zu weinen, da es jetzt wirklich war: Ich bin wieder da und es gibt für die nächsten 10 Monate erst einmal kein Zurück!

Mit meinem neuen Vermieter habe ich eine 3-tägige Trekkingtour durch Los Gigantes gemacht. Ich bin jeden Tag einmal an meine Grenzen gestoßen, bin noch nie durchgängig so viel gewandert und habe unglaublich schöne Natur gesehen. Die Tour war unbeschreiblich toll und (genauso wie der Muskelkater) unvergesslich!

Mit meinem Freund war ich einen Tag auf dem Land, wo ich geritten bin und im Juli eine Schneeballschlacht gemacht habe. An diesen 4 Tagen habe ich das einzige Mal in Argentinien Schnee gesehen.

In dem Spanischkurs habe ich das Level B2 erreicht. Ich kann mich ohne weiteres über viele Dinge unterhalten und habe mein persönliches Ziel fließend Spanisch zu sprechen erreicht!

Ich skype und schreibe viel mit den mir so liebgewonnen Menschen, aber dennoch merke ich, wie ich nach und nach Vokabeln vergesse. Ich habe hier einen neuen Spanischkurs belegt und dadurch wird es wieder besser und ich merke, wie momentan der Sprachstand konstant bleibt.

Ich habe meine Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher begonnen und sie macht mir großen Spaß. Allerdings habe ich das Gefühl in 2 Parallelwelten zu leben. Meine Gedanken wandern ständig nach Argentinien und wenn ich nach Hause komme, gucke ich als erstes, was es Neues gibt und was im Leben meiner Amigos passiert ist.

Manchmal ist es leichter und manchmal ist es schwerer das Leben hier einfach so weiter zu leben. Die Erfahrungen die ich gemacht habe sind und bleiben unvergesslich und ich finde es toll, dass ich durch Weltwärts die Möglichkeit hatte, sie zu machen. DANKE