Samstag, 17. Juli 2010

Zwischenbericht 3 fürs DRK und BMZ

Die Zeit verfliegt und auf einmal habe ich nur noch zwei Monate, bis es wieder nach Hause nach Berlin geht.
Auf Arbeit ist nicht viel passiert. Meine Aufgaben sind die Selben. Es kommen und gehen Bewohner und alle freuen sich, über Abwechslung durch Malen, Basteln, Kartensiele, Sport oder auch einfach nur Gespräche.
Außerhalb der Arbeit passiert dafür umso mehr. Ende März hatte ich ein tolles, reflektierendes Zwischenseminar in Mendoza zusammen mit sechs anderen Weltwärts- Freiwilligen. Wir haben uns über Probleme, kulturelle Unterschiede und natürlich auch positive Erfahrungen ausgetauscht. Es tat gut zu hören, dass man nicht alleine ist und andere Voluntäre ähnliche oder die gleichen Probleme haben. Wir haben Lösungen gesucht und gefunden und so kam es unter Anderem zum Umzug.
Das Haus in dem ich gewohnt habe, hat Schimmel in einigen Zimmern, Feuchtigkeit in den Wänden und im Boden. Einige Fenster sind kaputt, Fenster und Türen undicht, wodurch es im Haus sehr kalt ist. Es gibt nur einen Heizkörper und der kann nicht ein ganzes Haus heizen. Außerdem hatten wir Kakerlaken, Ameisen und ab und zu eine Maus im Haus, von Problemen mit dem Vermieter mal ganz abgesehen.
Jetzt wohne ich in einer schönen Wohnung, wo es all das nicht gibt. Ich habe zwar einen längeren Arbeitsweg und wohne auch nicht mehr so nah am Zentrum, fühle mich aber wohl und freue mich nach der Arbeit nach Hause zu kommen.

Am 25.05.2010 hatten Argentinien und ich Geburtstag. Ich habe mit Freunden reingefeiert. Um 0:00 Uhr gab es in ganz Argentinien Feuerwerke und den ganzen Tag über gab es Konzerte, Theaterstücke etc. Der 25. Mai ist der Tag der Revolution und dieses Jahr ist eben diese 200 Jahre her. Es war komisch ohne meine Liebsten aus Deutschland zu feiern, Aber es gibt ja Skype. Also habe ich erst gefeiert, dann mit Freunden und Familie geskypt und zu guter letzt war ich mit meiner Mitbewohnerin auf einem der kostenlosen Konzerte. Auf der der Party gab es typisch deutsch Kartoffelsalat mit Bouletten, sowie Kräuterbutter. Das Essen hat allen Argentiniern geschmeckt und auch die Familie meines Freundes ist immer begeistert, wenn ich mal deutsch koche, oder einen Kuchen oder Schwarzbrot backe. Dafür bekomme ich gezeigt, wie man typisch argentinische Gerichte zubereitet. Außerdem unterhalten wir uns viel über die argentinische und deutsche Kultur, Politik und was in der Welt so passiert. Durch die Kriese in Europa ist zum Beispiel der Kurs für den Euro gesunken. Wir Extranjeros haben also weniger Geld, außerdem beginnt auch hier wieder die Inflation. Alles wird teurer: Lebensmittel, Fahrkarten, Kultur etc. Dies bekommen wir hier alle gleichermaßen zu spüren, denn es sind nicht kleine Beträge, sondern ich rede hier von einem Fünftel oder Viertel Aufschlag.
Auch der Spanischunterricht ist teurer geworden. Ich kann mich mittlerweile fließend unterhalten und bekomme auch immer wieder gesagt, wie gut mein Spanisch ist, allerdings fehlen mir noch viele grammatikalische Hintergründe.

Mitte Juni habe ich meine vorerst letzte Reise hier unternommen (auch um mein Visum zu erneuern). Ich habe mir die Wasserfälle von Iguazu angeguckt, war in einer Stadt an der Grenze zu Paraguay und habe mir berühmte Ruinen von Jesuitenbauten angeguckt. Wie immer bin ich mit den superkomfortablen Reisebussen von A nach B gekommen. Die 23 Stunden Busfahrt vergingen wie im Flug, denn ich habe geschlafen, geguckt und kam an. Die Landschaft im Norden ist atemberaubend schön. Auch das Wetter im Norden ist anders als bei uns in Córdoba- es ist wärmer. Zur Abwechslung war es mal wieder ganz schön nachts nicht vier Schichten anziehen zu müssen, denn bei uns ist jetzt Winter. Nachts haben wir teilweise Minusgrade, tagsüber dann aber doch wieder 20-25°C. Durch diesen Temperaturwechsel sind momentan so gut wie alle mindestens erkältet oder liegen mit Grippe im Bett.

Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika- Ein großes Thema hier, denn schließlich haben „wir“ Messi und Maradonna. Zu jedem Argentinienspiel waren die Straßen wie leergefegt und nach jedem Sieg wurde stundenlang zu Hause oder auf den Plätzen gefeiert. Im Fernseher ist es schwer einen Sender zu finden, wo kein Fussball, Interview mit der Nationalelf, Spielanalysen und –prognosen etc. gezeigt wird. Mittlerweile ist Argentinien ja raus- ausgerechnet gegen Deutschland haben sie verloren! Die Reaktion war gar nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte, denn jetzt fiebern alle in meinem näheren Umkreis für Deutschland mit.

Ich merke deutlich, dass sich mein Jahr hier dem Ende zuneigt, andere Voluntäre fahren nach Hause, mit Bekannten und Freunden hier spreche ich auch öfter darüber und beim Skypen wird auch immer wieder festgestellt, dass es gar nicht mehr lange dauert, bis mich Familie und Freunde endlich wiederhaben.

Auf schöne letzte 6 Wochen!

2 Kommentare:

  1. Na das wurde ja mal wieder Zeit etwas Neues zu hören. Schön das Dich jetzt doch langsam auch ein bißchen Heimweh neben dem vielen Fernweh packt. Lesen wir noch ein Resümee ?

    AntwortenLöschen
  2. Ja das kommt noch, aber ich kann noch nich sagen wann. Na ich denke mal uaf meinem Rückflug hab ich ja ne Menge Zeit. Naja mal gucken ob mich da der Schlaf packt oder ich auch zum Schreiben komme.

    AntwortenLöschen