Seit meinem letzten Blogeintrag hat sich hier und in der Umgebung einiges getan. Unser geplanter Urlaub und das Zwischenseminar in Chile sind flach gefallen. Da es Ende Februar ein heftiges Erdbeben gab. Heute habe ich in den Nachrichten gelesen, dass es 268 Nachbeben gab und das Heutige mit der Stärke 7,2 das stärkste war.Ausgerechnet am Tag der Amtseinführung des neuen rechtsgerichteten Chilenischen Präsidenten.
Unser Zwischenseminar wird auf Anfang Mai verschoben. Da wir bis Anfang April unser Visa erneuern müssen, fahren Saskia und ich am kommenden Sonntag nach Uruguay. Wir machen eine Küstentour und werden zu Saskias Geburtstag dann in Buenos Aires sein und dort mal die Clubs auschecken.
Am Montag habe ich nun auch endlich meinen Arbeitsplatzwechsel gemacht. Am Freitag habe ich bei den Nonnos die Küche komplatt übernommen. Ich hab zum Frühstück Media Lunas und Cappuccino mitgebracht. Zum Mittag gab es dann wie immer Suppe und Risotto a la Tanja- Reis mit einer Soße aus Hühnchen, Champignons, Paprika, Mais, Milch und Sahne. Dazu gab es eine Art Krümeltee auch etwas besonderes, da es sonst immer nur Wasser gibt. Die Nonnos und alle anderen haben meine Küche gelobt und haben mehrfach betont ich sei heiratsfähig- Man muss es ja nicht übertreiben!!! Mein letzter Tag war total schön. Obwohl es in den vergangenenen Wochen etwas schwierig war und es immer wieder Differenzen gab, bin ich am Freitag viel zu spät und mit Tränen in den Augen gegangen. Alle haben mir viel Glück und frohes Schaffen gewünscht und mich gebeten sie auf jedenfall zu besuchen.
Seit Montag arbeite ich nun also bei den Discapacitados (Behinderten). Seit dem ich das erste Mal da war haben sich meine Eindrücke geändert. Nach meinem ersten Besuch in der ersten Woche hier war ich geschockt- gerade da ich vorher ein FSJ in einem Behindertenwohnheim in Deutschland absolviert hatte. Eine Arbeitskraft soll ein Auge auf ca 40 Behinderte haben, sie Waschen, beschäftigen etc...
Es gibt aber noch mehr Arbeitskräfte- Eine Köchin, Krankenschwester, Wäschefrau und einen Hausmeister. Es gibt aber keine so großen Aufgabentrennungen wie in Deutschland, hier sind alle auf das Wohl der Behinderten bedacht und deswegen ist das die Hauptaufgabe aller!
ich habe diese Woche mit den Bewohnern gemalt, gequatscht, Massagen gegeben, getanzt,war mit einer Rollidame 2 Mal bei der Physiotherapie (Sie ist die Einzige die eine bekommt) und habe beim Essen Austeilen geholfen- haben alle nicht schlecht geguckt, als ich das erste Mal mit vier Tellern aus der Küche kam. Auch die sehr fitten Bewohner fühlen sich für das Wohl der anderen zuständig und helfen wo sie können. Sei es die Gemüselieferung reintragen, einen Rieseinkleiderschrank komplett neu einräumen oder auch füttern und sauber machen. Es ist bemerkenswert, wie alle miteinander interagieren.
Ich habe sie jetzt schon alle ganz lieb gewonnen und auch die Discapacitados freuen sich riesig wenn ich komme. Verständnisprobleme habe ich auch nurnoch wenige.
Eine weitere Sache, die sich Verändert hat sind meine Gefühle. Ich habe seit letzter Woche einen Freund- einen Argentinier.
Da ich mich auf Arbeit und auch danach sehr wohl fühle, da ich das Gefühl habe endlich etwas wirklich nützliches zu tun. Ich habe die Möglichkeit, meine Erfahrungen einzusetzten und bin nicht so verunsichert, was ich tun kann und soll.
Aufgrund dieser 2 Tatsachen bin ich sehr glücklich, lächel viel und mag garnicht daran denken, dass ich schon bald wieder nach Hause fliege! Natürlich freue ich mich auch wieder auf zu Hause, ABER...
Donnerstag, 11. März 2010
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Na das sind doch mal gute Nachrichten. Schade, daß Chile nicht geklappt hat, aber Eure Sicherheit geht vor. Selbst die Erde scheint sich gegen einen rechten Präsidenten zu wehren. Leider trifft es bloß immer die Falschen. Na da werden Deine Spanischkenntnisse bald perfekt sein ...
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