Dienstag, 8. Dezember 2009

Zwischenbericht 1 für's DRK und BMZ

Seit zwei Monaten bin ich jetzt schon in Córdoba (Argentinien) und ich habe schon einige Erfahrungen gesammelt und einiges gelernt.
Ich wohne im Zentrum der Stadt und habe das Stadtleben hier schon kennengelernt, seien es Konzerte, am Wochenende ausgehen, Freunde treffen, mal einen Kaffee trinken oder auch shoppen.
Ich fahre jeden Tag mit dem Bus eine Stunde zur Arbeit und eine Stunde zurück. Im Bus trifft man immer wieder dieselben Leute. Das Busfahren hier ist auch anders, denn es gibt eine Chipkarte oder Münzen(Cospeles), wofür man dann eine Fahrkarte bekommt. Der Weg von der Bushaltestelle (Pfeiler auf dem der Busbuchstabe steht) zu meinem Projekt ist sehr staubig, deswegen habe ich immer schwarze Füße wenn ich nach Hause komme. In meinem Projekt besteht meine Aufgabe darin hauswirtschaftlichen Tätigkeiten nachzukommen und die Senioren zu beschäftigen.
Schon in den ersten paar Wochen waren Studenten der hiesigen Universität da, die ein Video gedreht haben und dafür alle Anwesenden interviewt haben. Da mein Spanisch zu dem Zeitpunkt noch nicht so gut war wurde ich auf Englisch befragt. Eine Kopie von dem Video bekomme ich noch.
Ein anderes Erlebnis
Anfangs hatte ich mit dem Zweiten ein Problem, da meine Spanischkenntnisse nicht ausreichten, um mich mit ihnen zu unterhalten und ich auch kein Wort verstand, wenn sie mir etwas sagen wollten. Mittlerweile klappt das schon besser. Ich habe auf Arbeit schon die Küche gemalert und in 2 Wochen werden wir noch ein anderes Haus in den Sierras malern.
Seit einem Monat habe ich Sprachunterricht, denn man lernt zwar auch durch die normale Kommunikation viel, aber um schneller mehr zu verstehen und auch selbst korrekt zu sprechen, empfand ich es als wichtig mir die Grammatik beibringen zu lassen. Es hat auch den Vorteil, dass die Lehrerin mir noch Ratschläge zum Umgang mit der Kultur und den Menschen gibt und auch viele andere Fragen beantwortet.
Ich bin zwar auch ein gemütlicher Mensch, der öfter mal zu spät kommt, aber im Vergleich zu den Argentiniern bin ich überpünktlich und ungeduldig. Gerade wenn man Pläne hat und nur nochmal schnell was einkaufen möchte, nervt das. Denn dann steht man an der Kasse und ja da steht man dann und wartet. Im Kiosk will man auch nur kurz was kaufen, weil der Bus gleich kommt und dann wird erstmal noch ein Gespräch angefangen. Mein schlechtes Gewissen, wenn ich zu spät komme muss ich mir auch noch abgewöhnen und angewöhnen zu spät loszugehen, weil man sonst mindestens eine halbe Stunde wartet.

Ich war mit einigen Freunden beim Manu Chao Konzert und es war absolut toll, es gab ca. eine Stunde lang Zugaben. Ein anderes tolles Erlebnis hatte ich die Woche davor, wo ich mit einem Bekannten bei einem Folklorekonzert von einem der bekanntesten argentinischen Folklorekünstler war.
Ich bin auch schon etwas gereist, ich war im Quebrada del Condorito (Nationalpark) und bin danach weiter in eine nahegelegene Kleinstadt gefahren, wo ich ein wunderschönes Wochenende verbracht habe. Ich war mehrmals im Fluss baden und haben einen Sonnenbrand bekommen und mich demzufolge die Woche darauf wie eine Schlange gepellt.
Ich habe hier angefangen Mate zu trinken. Sowohl in Teebeuteln, als auch auf die traditionelle Art. Mate mag ich sehr, ist aber auch etwas ganz anders als Kaffee. Ich vermisse Milchkaffees, Schwarzbrot und Pflaumenmus hier. Es gibt zwar einige Dinge hier zu kaufen, wie zum Beispiel Nutella, Krümeltee, Leberwurst und deutsche Kirschmarmelade, aber diese Dinge sind halt sehr teuer, da sie importiert werden.
Die Adventszeit geht los, aber hier bekommt man davon nichts mit, es gibt keinen Adventssonntag, Adventskranz oder Adventskalender. In den Straßen ist auch keine Weihnachtsdekoration, genauso wie in den Häusern. In den Geschäften wird man hier auch nicht so belagert wie in Deutschland. Ich selbst denke auch nicht viel an Weihnachten. Es fällt mir schwer, bei 30°C in eine weihnachtliche Stimmung zu kommen.

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